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Das Weihnachtsmärchen von der Seeburg

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Hotelier Schärer

Foto JOSEPH BIRRER

Weihnachtszeit ist Märchenzeit. Und keiner weit und breit zelebriert dieses Weihnachtsmärchen bombastischer und aufwändiger als Thomas Schärer, der Hotelier vom Traditionshotel «Seeburg» in Luzern. Gestern, am 16. Dezember war es wieder einmal an der Zeit, das Seeburg-Märchen in einem Lichtermeer sondergleichen für diese Weihnachten auferstehen zu lassen.

So packte ich also meine Kamera und setzte mich am Bahnhof in der 24-er VBL-Bus Richtung Meggen, um mich zur Seeburg chauffieren zu lassen. Der Bus war gerammelt voll, und ich sorgte mich schon in Gedanken, ob die Megger Girlies wegen der aktuellen Finanzkrise nun plötzlich ihre Offroader zu Hause stehen lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen müssen. Das wäre dann doch zuviel der Krise. Doch eine nette Dame vis à vis von mir klärte mich auf, dass abends, um diese Zeit, der 24-er stets überfüllt sei. «Blacky», ein gut aussehender und äusserst friedvoller Tibeter, nickte dazu beifällig mit dem Kopf. Ja, es gibt in Luzern auch nette und friedvolle Tibeter wie «Blacky», die nicht gleich zuschlagen. Nur einmal soll «Blacky» böse geknurrt und die Zähne gefletscht haben, als ihm sein Frauchen einen Pouletknochen wegnehmen wollte, den «Blacky», der tibetanische Hirtenhund, irgendwo unterwegs aufgespürt hatte. Erzählte uns «Blacky’s» Frauchen. Ich sagte zu «Blacky»: «Das hast du gut gemacht, mein Freund!», und kraulte ihm die tibetanische Sommerfrisur. Wieder nickte «Blacky» zustimmend mit dem Kopf und ich denke, «Blacky» und ich sind nun Freunde fürs Leben. Auch ein Weihnachtsmärchen.

Rechtzeitig erreichte ich die Busstation «Seeburg»
, um den Countdown mitzuerleben, der dem Anzünden der Lichter vorausgeht. Da stehen sie, die Kinder, auf dem Gelände der «Sunset»-Bar. Mit glänzenden Augen und voller Erwartung lassen sie Luftballone in den dunklen Himmel steigen und zünden Wunderkerzen an. Für mich jedes Jahr der schönste Moment. Diese ungetrübte und unverbrauchte Freude der Kinder.

Dann war es soweit. Schärer liess eine Rakete in den Himmel steigen, und nach diesem kurzen Feuerregen brannte die ganze Seeburg inklusive «Sunset»-Bar lichterloh in einem einzigen Lichtermeer. Auch wenn sich gegenüber dem letzten Jahr am Szenario der Märchenidylle kaum etwas geändert hat, ist die Faszination dieser einmaligen Installation, dieses glühenden Kunstwerkes, ungebrochen. Man steht einfach da und lässt sich treiben. Wohin die Lichter einen führen. So wie die Weisen dem Stern von Bethlehem gefolgt sind.

Mich führten die Lichter direkt in die Rezeption / Bar vom Hotel Seeburg, wo das Ambiente der Märchen, der Krippen, der Weihnachtszeit weitergeführt wird. Wie ein roter Faden. Und manchmal denke ich, auch wenn Hotelier Schärer dank dem «Weihnachtszauber von der Seeburg» mit Bestimmtheit bis weit über die Festtage hinaus ein volles Haus hat, irgendwie macht er das Ganze auch für sich. Weil vermutlich auch er den Zauber der Weihnacht durch die freudestrahlenden Augen der Kinder erlebt.

Im Namen aller Kinder und Erwachsenen: Frohe Weihnachten Herr Schärer, und danke für das «Weihnachtsmärchen von der Seeburg». Fotos Text von Joseph Birrer

17.1.2008